Das erwartet Sie im Trennungsjahr! - Alle wichtigen Infos im Überblick
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Bild: fizkes / shutterstock.com

 

 

Für eine Trennung und Scheidung fordert der Gesetzgeber das Trennungsjahr. Für manche Ehepaare eine scheinbar endlose Zeitspanne. Dennoch gibt es dafür gute Gründe! Wenn Sie sich von Ihrem Ehepartner trennen möchten, wirft das gleichzeitig viele recht­liche Fragen auf: Muss ich das Trennungsjahr abwarten, bevor ich mich scheiden lassen kann? Wer darf in Zukunft in unserer gemeinsamen Wohnung leben? Wie sieht es mit Sorgerecht und Unterhalt für unsere Kinder aus? Wir geben im Folgenden einen Überblick über die wichtigsten Fragen zum Thema Trennung und Trennungsjahr.

 

 

Eine Trennung versteht das Gesetz eigenständig: Nach § 1967 BGB leben die Ehegatten getrennt voneinander, wenn zwischen ihnen keine häusliche Gemeinschaft mehr besteht und beide auch nicht die Absicht haben, diese wiederherzustellen. Erst dann ist die Ehe gescheitert und kann geschieden werden.

Um zu vermeiden, dass aus einer Trennung direkt eine Scheidung wird, fordert das Gesetz, dass Sie und Ihr Ehepartner mindestens ein Jahr getrennt voneinander leben. Mit dem sogenannten Trennungsjahr hat der Gesetz­geber also eine Bedenkzeit instal­liert. Möglicher­weise versöhnen Sie sich wieder oder entscheiden sich bewusst dazu, den Schritt zur Scheidung zu vollziehen. Erst wenn Sie in dieser Zeit nicht wieder zueinander gefunden haben, erkennt der Gesetzgeber an, dass die Trennung ernst gemeint ist und ermöglicht die Scheidung.

 

 

 

Müssen Sie das ganze Trennungsjahr abwarten?

 

Grundsätzlich raten Rechtsanwälte für Famili­en­recht davon ab, den Beginn des Trennungs­jahres vorzu­da­tieren. Ein falsches Datum anzugeben, kann sich nachteilig auf erbrecht­liche Ansprüche auswirken sowie auf den Versor­gungs­aus­gleich von Renten­ansprüchen oder die Berechnung des Zugewin­n­aus­gleichs im Schei­dungs­ver­fahren. Straf­recht­liche Folgen sind ebenso nicht auszuschließen.

 

 

 

Im Härtefall kann das Trennungsjahr verzichtbar sein

 

Das Trennungsjahr ist die Regel. Härtefälle sind die Ausnahme, die eine vorzeitige Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahres ermöglichen. Voraussetzung sind Gründe in der Person des Ehepartners, die es dem anderen unzumutbar machen, auf das Trennungsjahr verwiesen zu werden. Beispiel hierfür wären: Misshandlungen, sexuelle Übergriffe oder Alkoholsucht.

Machen Sie einen solchen Härtefall geltend, müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Partner die Umstände bestreitet und das Verfahren über das Trennungsjahr hinaus anhält! Um sich solch eine leidvolle Auseinandersetzung zu ersparen, sollten Sie eher das Trennungsjahr abwarten. Spätestens nach drei Jahren muss die Ehe auch gegen den Willen des anderen geschieden werden.

 

 

 

Können Sie getrennt in einer Wohnung leben?

 

Damit ein Zeitraum als Trennungsjahr gilt, müssen Sie in dieser Zeit tatsächlich getrennt leben und separate, konse­quent vonein­ander getrennte Haushalte führen. Jedoch dürfen Sie sich während des Trennungs­jahrs eine Wohnung teilen.

Das Recht, im Trennungsjahr die gemeinsame Ehewohnung alleine zu nutzen, steht vorwiegend dem Ehepartner zu, der darauf angewiesen ist. In Mietwoh­nungen spielt es ebenso für die gericht­liche Zuweisung der Ehewohnung keine Rolle, wer den Mietvertrag unter­zeichnet hat. Im Streitfall entscheidet das Familiengericht. Außerdem berücksichtigt das Famili­en­ge­richt das Wohl der in der Familie lebenden Kinder.

Famili­en­richter können nach dem Gewalt­schutz­gesetz eine Immobilie im Eigentum oder eine Mietwohnung demje­nigen Partner zuweisen, der vom anderen gewalttätig behandelt oder mit körperlicher oder psychischer Gewalt bedroht wurde.

Sie können zudem bei der Trennung Ihre Haushalts-Gegenstände mitnehmen. Benötigt Ihr Partner diese aber dringender –  etwa wegen der Kinder -, so müssen Sie ihm diese überlassen. Dazu kann unter Umständen auch das Famili­enauto zählen!

 

 

 

Wann bekommt man Trennungs­un­terhalt?

 

Wenn sich ein Paar trennt, muss der eine Partner dem anderen nicht „automatisch“ einen Trennungsunterhalt zahlen. Die Voraussetzung für den Trennungsunterhalt ist die Bedürftigkeit. Diese richtet sich nach den ökonomischen Verhältnissen, den Lebensverhältnissen während der Ehe und der Leistungsfähigkeit der Person.

Ergeben die Berech­nungen, dass einer der Partner einen Trennungs­un­terhalt beanspruchen darf, dann muss der Unterhalt erst ab dem Monat gezahlt werden, in dem der Ehepartner zur Auskunft über sein Einkommen und Vermögen oder zur Zahlung eines bestimmten Betrages aufge­fordert wurde. Wenn die Betreuung minderjähriger Kinder ansteht, bleibt oft der finanziell besser gestellte Ehepartner in der Pflicht, Unterhalt zu zahlen. Ehemalige Partner sind außerdem dazu verpflichtet, Erhöhungen ihres Einkommens mitzu­teilen!

 

 

 

Was ist mit Ihren Kindern im Trennungsjahr?

 

Die Trennung und der Auszug aus der gemeinsamen Ehewohnung ändern nichts am Sorgerecht für Ihre gemeinsamen Kinder. Sie bleiben auch im Trennungsjahr für das körperliche und seelische Wohl Ihrer Kinder verantwortlich. Wer daran etwas ändern will, muss das alleinige Sorgerecht beantragen und begründen, dass dies dem Kindeswohl entspricht. Wichtig: Kinder haben den Anspruch darauf, mit jedem Elternteil den Umgang zu pflegen und umgekehrt! Konstruktive Absprachen entschärfen die Situation.

 

 

 

Wie sieht es mit dem Erbrecht in der Trennungszeit aus?

 

Die Trennung allein beeinträchtigt das Erbrecht nicht. Verheiratete Ehepartner sind gesetzlich erbberechtigt. Das Erbrecht erlischt erst, wenn ein Ehegatte verstirbt und die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte! Testamente sollten möglichst immer aktualisiert werden.

 

 

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Erreichen können Sie uns telefonisch unter der Nummer 024618081 und per Mail unter info@mingers-kreuzer.de . Weitere aktuelle und interessante News finden Sie täglich auf unserem Blog.