Endlich neue Kraft tanken: Alle Infos zur Mutter-/Vater-Kind-Kur!
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Bild: Photographee.eu / shutterstock.com

 

 

Raus aus dem belastenden Alltagsstress: Eltern wissen, wie anstrengend es ist, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Unter dieser doppelten Be­lastung leiden vor allem Mütter. Schließlich müssen sie sich neben ihrem Job auch noch um die Kindererziehung, den Haushalt und um die Alltags­or­ga­ni­sation der Familie kümmern. Manchmal hilft dann nur eins: Sich eine Auszeit von dem Ganzen gönnen, zum Beispiel mit einer Mutter-Kind-Kur .Wann Sie einen Anspruch auf eine Kur haben und was Sie alles beachten müssen, verraten wir Ihnen im Folgenden.

 

 

 

 

Wenn Sie eine Auszeit brauchen: Neue Kraft tanken!

 

Einfach mal die Stopp-Taste drücken und dem ganz normalen Wahnsinn aus Familie, Job und Haushalt entkommen – das wünschen sich viele. “Wenn Sie das Gefühl haben: Ich kann nicht mehr, ich könnte jeden Tag heulen und komme gar nicht mehr zur Ruhe, sollten Sie über ­eine Mutter-Kind-Kur nachdenken”, verrät Anne Schilling. Sie ist Geschäfts­führerin des Müttergenesungswerks in Berlin. Den Zahlen des Mütterge­ne­sungs­werkes zufolge sind über zwei Millionen Mütter kurbedürftig! Pro Jahr nehmen rund 50.000 Mütter und rund 70.000 Kinder die Möglichkeit einer Kur wahr.

 

 

 

 

Mutter-/Vater-Kind-Kur: Was ist das eigentlich?

 

Kuren für Mütter und Väter gehören zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit 2007 nehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Mutter-/Vater-Kind-Kuren. Die rechtlichen Vorgaben regelt § 23 des Sozialgesetzbuches V.
Mutter-/Vater-Kind-Kuren sind Erholungsmaßnahmen für erschöpfte oder kranke Eltern. Sie dürfen sich alleine eine Auszeit nehmen oder gemeinsam mit ihren Kindern. Die Dauer einer solchen Kur beträgt in der Regel drei Wochen, wobei eine Verlängerung unter Umständen möglich ist. Beantragen muss die Verlängerung die Kurklinik mit einem ärztlichen Attest. Alle vier Jahre dürfen Mütter oder Väter die Möglichkeit einer Kur wahrnehmen.

 

 

 

 

Wann darf Ihr Kind mit zur Kur fahren?

 

Kinder bis zum 12. Lebensjahr, in Ausnahmefällen auch bis zum 14. Lebensjahr, dürfen mit zur Kur fahren. Für behin­derte Kinder hingegen gelten keine Alters­grenzen. 
Ihr Kind darf Sie dann begleiten, wenn eine Trennung von Ihnen unzumutbar ist. Oder, wenn sich während Ihrer Kur niemand sonst um Ihr Kind kümmern kann.

Sogar außerhalb der Ferien darf Ihr Kind mitkommen – denn viele Kliniken bieten auch Unterricht an. Schulkinder müssen allerdings beurlaubt werden!

Außerdem braucht Ihr Kind kein Attest, insofern es gesund ist, wobei es dann aber keinen Anspruch auf Anwendungen und Therapien hat. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, mit dem Kinderarzt zu sprechen und bei der Klinikwahl auf Therapien für Kinder zu achten.

 

 

 

 

Wann bewilligt die gesetz­liche Kranken­ver­si­cherung eine Kur?

 

Nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen bewilligen die gesetzlichen Krankenkassen Kuren für Mütter oder Väter. Zum Beispiel bei einer sehr starken Belastung der Eltern in Beruf oder Familie. Oder bei gesundheitlichen Problemen, wie psychosomatischen Störungen oder Burnout. Es muss es sich auf jeden Fall um Belastungen handeln, die für Mütter oder Väter spezifisch sind.
Demgegenüber lehnt die Kranken­kasse einen Kurantrag ab, wenn etwa die Arbeitsfähigkeit von Müttern oder Vätern gefährdet ist. In diesen Fällen ist die Deutsche Renten­ver­si­cherung die Ansprech­part­nerin für den Kurantrag und die Bewil­ligung der Kur.

 

 

 

 

Wie viel müssen Sie dazuzahlen?

 

Die Kur-Kosten übernimmt Ihre gesetz­liche Kranken­ver­si­cherung. Normalerweise müssen Sie jedoch einen Eigen­anteil von zehn Euro pro Tag hinzuzahlen. Ebenso müssen Sie sich an den Fahrt­kosten betei­ligen. Der Eigen­anteil an den Reise­kosten beträgt zehn Prozent der anfal­lenden Kosten. Der Minde­stanteil liegt bei fünf Euro, der Höchstanteil bei zehn Euro.

Hiervon sind Kinder und Jugend­liche bis 18 Jahren befreit, ebenso wie von Zuzah­lungen.
Wichtig: Pro Jahr dürfen Zuzah­lungen nicht mehr als zwei Prozent des jährlichen Brutto­ein­kommens betragen!

 

 

 

 

Und wenn Ihre Kranken­kasse den Antrag auf Kostenübernahme ablehnt?

 

Nicht immer nehmen Krankenkassen die Anträge auf Kostenübernahmen an. Das ist in sogar 14 Prozent der Fälle so! Reichen Sie einfach innerhalb eines Monats einen Widerspruch gegen den abgelehnten Bescheid ein. Sprechen Sie dazu noch einmal mit Ihrem Arzt, um den Widerspruch zu formulieren. Am besten macht dieser in dem Schreiben ganz deutlich, wie notwendig die Kur für Sie ist. Ebenso kann ein Gespräch mit dem Bearbeiter des Antrags bei der Krankenkasse hilfreich sein.

 

 

 

 

Informieren Sie Ihren Arbeit­geber über die Kur!

 

Haben Sie die Zusage für die Kostenübernahme erhalten, dann müssen Sie Ihren Arbeit­geber so früh wie möglich über den Beginn der Kur infor­mieren! Sagen Sie Ihrem Arbeit­geber auch, wie lange die Kur dauern wird. Ihre Pflicht ist es, die Kostenübernahme für die Kur durch die Kranken­kasse Ihrem Chef vorzulegen.

Für eine Kur steht Ihnen übrigens eine gesetz­liche Freistellung von der Arbeit zu. Wem eine Kur bewilligt wird, braucht also dafür keinen Urlaub zu nehmen! Außerdem muss Ihnen Ihr Arbeit­geber während der Kur das Gehalt weiter zahlen, wie § 9 des Entgelt­fort­zah­lungs­ge­setzes festlegt.

 

 

 

 

Einen Kur-Antrag stellen – Wie geht das?

 

Zunächst sprechen Sie mit Ihrem Haus- oder Frauenarzt und klären, ob eine Kur in Frage kommt und medizi­nisch notwendig ist. Ihr Arzt muss attes­tieren, dass Sie kurbedürftig sind! Die Gültigkeit des Attest für eine Kur beträgt maximal sechs Monate bis zur Antrag­stellung.

Nehmen Sie direkt die Antrags­for­mulare für Kuren mit, welche Sie mit dem Arzt gemeinsam ausfüllen. Anträge auf Kostenübernahme bekommen Sie bei der gesetz­lichen Kranken­ver­si­cherung oder in Beratungs­stellen. Die gesetz­lichen Kranken­kassen benötigen für die Bearbeitung ca drei bis sechs Wochen. Nach einem Bescheid für die Kostenübernahme der Kur haben Sie vier Monate Zeit, um die Kur anzutreten.

Aufgepasst: Eine gute Begründung ist im Antrag auf Kostenübernahme enorm wichtig!

 

 

 

 

Wie läuft die Kur ab?

 

Und nun: Endlich raus und entspannen? Nicht so ganz, denn die 21 Tage der Kur sind gut gefüllt: Zum Beispiel Nordic Walking am Morgen, Atemtherapie oder Erziehungs­beratung am Vormittag, Gruppen­therapie nach dem Mittag. Die Kur soll Sie dazu animieren, selbst aktiv zu werden und sich wieder mehr um sich selbst zu kümmern.
Die drei Wochen sind ­eine gute Gelegenheit, sich neu zu kalibrieren, Probleme zu erkennen und zu benennen. Ihre Herausforderung: Die Erfahrungen und Vorsätze mit nach Hause zu nehmen und tatsächlich im Alltag umzusetzen.

 

 

 

 

Mutter-Kind-Kur: Die wichtigsten Infor­ma­tionen auf einen Blick!

 

  • Gesetzlich Versicherte haben unter bestimmten Voraussetzungen alle vier Jahre den Anspruch auf eine Mutter-/Vater-Kind-Kur
  • Kinder bis 12, manchmal auch bis 14 Jahre, können ihre Eltern begleiten
  • Urlaubstage müssen Sie nicht nehmen
  • In der Regel dauern Kuren drei Wochen
  • Sie zahlen zehn Euro pro Tag an Eigenanteil
  • Ihr Arzt muss attestieren, dass Sie eine Kur brauchen
  • Den Antrag auf Kostenübernahme stellen Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung

 

 

 

 

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Erreichen können Sie uns telefonisch unter der Nummer 02461-8081 und per Mail unter info@mingers-kreuzer.de. Weitere interessante und aktuelle News finden Sie täglich auf unserem Blog.