Ihre Elternzeit: Die wichtigsten Fragen & Antworten auf einem Blick!
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Bild:  Evgeny Atamanenko / shutterstock.com

 

 

Nach der Geburt ihres Kindes freuen sich viele Mütter und Väter auf die Elternzeit. Wer Elternzeit in Anspruch nehmen will, benötigt viele Informationen. Bestimmt haben auch Sie viele Fragen zu den formalen Abläufen! Im Folgenden verraten wir Ihnen, was Sie bei der Beantragung beachten sollten und wie lange der Ausstieg aus dem Beruf maximal dauern darf.

 

 

 

Was ist Elternzeit?

 

Elternzeit ist ein Erzie­hungs­urlaub, den Eltern beanspruchen können, um Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Eltern­teile, die sich in Elternzeit befinden, müssen nicht arbeiten. Sie bekommen auch keinen Lohn von ihrem Arbeit­geber, können aber Elterngeld vom Staat beantragen.

 

 

 

Wer hat Anspruch auf Elternzeit?

 

Um in Elternzeit gehen zu können, müssen Sie bestimmte Bedin­gungen erfüllen. Ihren Wohnsitz müssen Sie in Deutschland haben. Außerdem müssen Sie mit Ihrem Kind im gleichen Haushalt leben und es selber betreuen bzw. erziehen. Des Weiteren arbeiten Sie gar nicht oder höchstens 30 Stunden pro Woche.

Übrigens können Sie die Elternzeit in vielen Arbeitsverhältnissen nehmen. Dazu gehören Minijob, Ausbildung, Trainee und Volon­tariat, Fortbildung oder Umschulung. Besondere Reglungen gelten für Solda­tinnen und Soldaten, Beamte sowie Richte­rinnen und Richter.

 

 

 

Elternzeit nur für leibliche Eltern?

 

Einen Anspruch auf Erzie­hungs­urlaub haben Sie auch für …

  • das leibliche Kind des Partners/Ehepartners.
  • für Ihr Adoptivkind/Pflegekind
  • ein Kind, für das Sie die Vaterschaftsanerkennung oder Vaterschaftsfeststellung beantragt haben.
  • für Ihr Enkelkind, falls ein Elternteil minderjährig ist oder sich in einer Ausbildung befindet. Die Ausbildung muss vor dem 18. Geburtstag aufgenommen worden sein. Sie können aber nur Elternzeit nehmen, falls beide Elternteile auf diese verzichten!
  • für Ihr Geschwisterkind, Ihre Nichte, Ihren Neffen oder Ihr Enkelkind. Diese Möglichkeit besteht bei schwerer Krankheit, Behinderung oder Tod der Eltern.

 

Beachten Sie: Wenn Sie nicht das Sorge­recht für das jeweilige Kind haben, benötigen Sie die Zustimmung des sorge­be­rech­tigten Eltern­teils, um Elternzeit nehmen zu können.

 

 

 

Start und Dauer der Auszeit

 

Beide Eltern­teile haben Anspruch auf maximal drei Jahre Elternzeit pro Kind. Diese beginnt frühestens mit der Geburt des Kindes. Bei leiblichen Müttern startet sie frühestens mit dem Ende des Mutter­schutzes. Achtung: Der achtwöchige Mutter­schutz nach der Geburt wird von den 36 Monaten Elternzeit abgezogen!

Beginn und Ende der Auszeit dürfen Sie frei wählen. Zudem können Sie die Elternzeit in einem Stück nehmen oder sogar aufteilen. Bei Geburten ab dem 1. Juli 2015 haben Sie die Möglichkeit, die Auszeit in drei Abschnitte aufzu­teilen. In anderen Fällen in zwei!

Wichtig: Ab dem dritten Geburtstag Ihres Kindes dürfen Sie die Elternzeit für maximal 24 Monaten nehmen! Bei Geburten vor dem 1. Juli 2015 maximal für eine Dauer von 12 Monaten.

 

 

 

Ihren Erziehungsurlaub beantragen

 

Beantragen Sie Ihre Elternzeit schriftlich bei Ihrem Arbeit­geber.

Für Auszeiten vor dem dritten Geburtstag Ihres Kindes müssen Sie den Antrag spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn stellen. Danach gilt eine Frist von 13 Wochen vor geplantem Beginn, aber nur falls Ihr Kind nach dem 1. Juli 2015 geboren wurde. Ansonsten ist auch hier die Frist von sieben Wochen zu beachten.

In Ausnahmefällen, wie etwa bei Frühgeburten, können auch kürzere Fristen gelten.

Nicht vergessen: Lassen Sie die Elternzeit von Ihrem Arbeit­geber schriftlich bestätigen! Eine Änderung der Elternzeit ist in der Regel nur mit Zustimmung des Arbeit­gebers möglich.

 

 

 

Elternzeit: Darf ich in Teilzeit weiterarbeiten?

 

Ja, Sie können in Teilzeit weiterarbeiten! Dies ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich:

  • In Ihrem Betrieb arbeiten mindestens 15 Menschen.
  • Das Arbeitsverhältnis mit Ihrem Arbeitgeber besteht seit mindestens sechs Monaten.
  • Ihre Wochenarbeitszeit soll zwischen 15 und 30 Stunden betragen.
  • Sie möchten mindestens zwei Monate am Stück in Teilzeit arbeiten.
  • Es sprechen keine dringenden betrieblichen Gründe gegen eine Arbeit in Teilzeit.

Treffen diese Bedingungen zu und arbeiten Sie mindestens zwei Monate, können Sie sich für die restliche Zeit auch vollständig von der Arbeit befreien lassen.

Wichtig: Benachrichtigen Sie Ihren Arbeit­geber über den Wunsch auf Teilzeit­arbeit bei der schrift­lichen Beantragung!

 

 

 

Kann mir während der Elternzeit gekündigt werden?

 

Ihr Arbeitgeber darf Ihnen während des Erzie­hungs­ur­laubes nur in Ausnahmefällen kündigen. Denn Sie genießen zu Ihrer Auszeit einen beson­deren Kündigungs­schutz. Dieser gilt für die eigent­liche Elternzeit sowie für einen Zeitraum von acht bis 14 Wochen davor. Teilen Sie Ihre Auszeit in mehrere Abschnitte auf, so gilt er nicht für die Zeiten, in denen Sie arbeiten.

Ausnahmen gelten nur bei Insolvenz, bei partieller Still­legung des Betriebs sowie bei schweren Pflicht­ver­let­zungen des Arbeit­nehmers. Zudem können auch Klein­be­triebe, die den Betrieb ohne Ersatz nicht aufrecht­er­halten können, in Ausnahmefällen kündigen.

Bemerkung: Für Sie gelten die gesetz­lichen, im Arbeits­vertrag oder Tarif­vertrag festge­schrie­benen Kündigungs­fristen!

Unabhängig davon ist eine Kündigung am ersten Arbeitstag möglich. Denn an diesem Tag endet der besondere Kündigungs­schutz. Aus diesem Grund sollten Sie während der Auszeit regelmäßigen Kontakt zum Arbeit­geber halten, insofern Sie das Arbeitsverhältnis nach der Elternzeit fortsetzen möchten.

 

 

 

Urlaubsanspruch und Krankheit

 

Eine Krankheit während Ihrer Elternzeit hat keine Auswir­kungen auf Dauer oder Ende des Erziehungsurlaubes. Ausnahmen können für schwere Krankheiten gelten.

Ihr Urlaubs­an­spruch verringert sich meistens durch die Elternzeit. Um ein Zwölftel für jeden genom­menen Monat! Doch diese Kürzung muss Ihr Arbeit­geber ausdrücklich erklären. Tut er dies bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht, bleibt der Urlaubs­an­spruch erhalten. Resturlaub hingegen entfällt nicht!

 

 

 

SV-Beiträge: Wer zahlt?

 

Wenn Sie gesetzlich pflicht­ver­si­chert sind, entfallen Ihre Kranken­kas­sen­beiträge. Für freiwillig gesetzlich Versi­cherte ist das nur möglich, wenn sie in die Famili­en­ver­si­cherung des Ehe- oder Leben­s­partners wechseln können.

Im Gegensatz dazu müssen Privat­ver­si­cherte ihre Kranken­kas­sen­beiträge während der Elternzeit komplett selbst bezahlen!

Für die Dauer der Elternzeit besteht keine Beitrags­pflicht in der Arbeits­lo­sen­ver­si­cherung, wenn in dieser Zeit keine sozial­ver­si­che­rungs­pflichtige Teilzeit­beschäftigung ausgeübt wird. Dennoch haben Sie in dieser Zeit Ansprüche auf Arbeits­lo­sengeld I (ALG I).

Außerdem müssen Sie keine Beiträge an die gesetz­liche Renten­ver­si­cherung abführen. Denn für die Betreuung eines Kindes unter drei Jahren werden bis zu drei Jahre Kinder­er­zie­hungszeit in der gesetz­lichen Renten­ver­si­cherung berücksichtigt. Achtung: Sie müssen dies selbst melden! Dafür müssen Sie bei der Deutschen Renten­ver­si­cherung einen Antrag auf Feststellung von Kinder­er­zie­hungs­zeiten stellen.

 

 

 

Finanzielle Unterstützung in der Elternzeit?

 

Sie können Elterngeld vom Staat beantragen. Das Elterngeld beträgt 65 bis 100 Prozent des bishe­rigen Netto­ver­dienstes, maximal aber 1800 Euro pro Monat.

Beide Eltern­teile dürfen gemeinsam bis zu 14 Monate Elterngeld erhalten. Entscheiden Sie sich für das neue Elterngeld Plus bekommen Sie sogar doppelt so lange Elterngeld. Dann jedoch in halber Höhe! Den Antrag auf Elterngeld reichen Sie bei der zuständigen Eltern­geld­stelle in Ihrer Kommune ein.

 

 

 

Kann ich meine Elternzeit vorzeitig beenden?

 

Hierfür benötigen Sie in der Regel die Zustimmung Ihres Arbeit­gebers. Zudem müssen Sie einen schrift­lichen Antrag stellen.

Keine Zustimmung vom Arbeit­geber benötigen Sie, wenn Sie nochmals Mutter werden. Dann dürfen Sie die Elternzeit früher beenden, um in Mutter­schutz zu gehen. Ebenso können Väter in einem solchen Fall die Elternzeit vorzeitig beenden. Nur aus dringenden betrieb­lichen Gründen dürfen Arbeit­geber dies ablehnen.

Des Weiteren ist eine vorzeitige Beendigung möglich, wenn ein Elternteil schwer krank wird oder stirbt.

 

 

 

Was geschieht nach der Elternzeit?

 

Nach Ihrer Auszeit vom Job können Sie an Ihren alten Arbeits­platz wiederkehren. Ihre Wochen­ar­beitszeit fällt genauso hoch aus wie vor Beginn der Elternzeit. Folglich gilt darüber hinaus die gleiche Kündigungs­frist.

Alle betrieb­lichen Änderungen, die während Ihrer Erzie­hungszeit beschlossen wurden, gelten auch für Sie.

 

 

 

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Erreichen können Sie uns telefonisch unter der Nummer 02461-8081 und per Mail unter info@mingers-kreuzer.de. Täglich finden Sie weitere aktuelle und interessante News auch auf unserem Blog.