Miete - Job - Verkehr: Gilt der Samstag auch als Werktag?

Bild: Gustavo Frazao / Shutterstock.com

 

 

Egal ob auf Fahrplänen der Züge und Busse, im Mietvertrag oder auf vielen Verkehrsschildern: Der “Werktag” ist allgegenwärtig. In Deutschland arbeiten wir meistens von Montag bis Freitag. Demnach gehen viele davon aus, dass nur diese Tage Werktage sind. Aber was hat es mit dem Samstag auf sich? Gehört der Samstag zu den Werktagen hinzu? Wir liefern Ihnen im Folgenden eine genaue Definition des „Werktags“!

 

 

 

 

Auch der Samstag ist ein Werktag!

 

Gerne verwechseln wir den „Werktag“ mit dem „Arbeitstag“. Weil die meisten Menschen von Montag bis Freitag arbeiten, wird der Samstag nicht als Arbeitstag und somit auch nicht als Werktag wahrgenommen! Aber Vorsicht: Mit dieser Annahme liegt man in der Regel falsch.

Denn immer wieder bestätigen Gerichte, dass der Samstag ebenso zu den Werktagen zählt.
Das Oberlandesgericht Hamm zum Beispiel entschied, der Samstag sei im „allgemeinen Sprachgebrauch“ auch heutzutage noch ein Werktag! Man dürfe diesen Tag aber nicht mit dem „Arbeitstag“ gleichsetzen, sondern solle ihn eher als Gegensatz zum Begriff „Sonn- und Feiertag“ sehen.

 

 

 

 

Begründung: Definition im Bundes­ur­laubs­gesetz

 

Des Weiteren begründen Gerichte ihre Entscheidungen häufig mit einer Definition aus dem Bundes­ur­laubs­gesetz: „Als Werktage gelten alle Kalen­dertage, die nicht Sonn- oder gesetz­liche Feiertage sind.“

Doch exakt diese Definition bringt nicht selten Verwirrung mit sich! Besonders dann, wenn es um die Höhe des gesetzlich definierten Mindestanspruchs auf Urlaub geht. Das Bundesurlaubsgesetz setzt hier 24 „Werktage“ als Mindestanspruch fest. Der Samstag wird beim Urlaub also mitgezählt. Arbeitnehmer, die von Montag bis Freitag arbeiten, haben aus diesem Grund  nur 20 „echte“ Urlaubstage.

Außerdem gilt in manchen Tarif­verträgen auch der Samstag als ein Werktag – vor allem dann, wenn es um Schicht­dienst geht. Dies hat das Bundes­ar­beits­ge­richt (BAG) am 20. September 2017 entschieden. Wenn ein Feiertag auf einen Samstag fällt, reduziert sich die monatliche Arbeitszeit entspre­chend.

 

 

 

 

Ausnahme: Mietrecht!

 

Im Gegensatz dazu zählt der Samstag aber nicht bei Zahlfristen in Mietverträgen als Werktag. In Mietverträgen ist die Wohnungsmiete laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) spätestens zum „dritten Werktag des Monats“ zu bezahlen. Samstage werden hier laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs nicht dazugezählt.

Die Begründung des BGH ist hier die Arbeitszeit der Banken, welche nur von Montag bis Freitag arbeiten. Mit dieser Regelung soll vermieden werden, dass sich Mieter mit einer zu spät gezahlten Miete verschulden.

Bei der Berechnung der Kündigungsfrist hingegen ist aber wiederum die normale Definition des Werktages gültig: Falls der letzte Tag der Karenzfrist nicht auf einen Samstag fällt, zählt der Samstag nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs als Werktag.

 

 

 

 

Fazit: Gehen Sie auf Nummer Sicher!

 

Abschließend zählt der Samstag bis auf sehr wenige Ausnahmen immer als Werktag. Sind Sie sich zum Beispiel bei einem Verkehrs­schild mit der Einschränkung „werktags“ unsicher, sollten Sie immer davon ausgehen, dass die Regelung auch am Samstag gültig ist.

 

 

 

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Erreichen können Sie uns telefonisch unter der Nummer 02461-8081 und per Mail unter info@mingers-kreuzer.de. Weitere interessante und aktuelle News finden Sie täglich auf unserem Blog.