Von Vollzeit in Teilzeit: Wer hat das Recht umzusteigen?

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Immer wieder kommt es vor, dass ein Mitarbeiter seine Stunden aus welchem Grund auch immer reduzieren möchte. Doch, ob das auch so einfach ist und ob ein Arbeitgeber eine derartige Anfrage auch ablehnen kann, finden Sie nun bei uns!

 

 

 

Wer hat überhaupt einen Teilzeitanspruch?

 

Grundsätzlich besitzt ein Mitarbeiter, der in einem Betrieb mit mindestens 15 Mitarbeitern (ohne Auszubildende) und dort länger als sechs Monate arbeitet das Recht, seine Vollzeitstelle auf eine Teilzeitstelle zu reduzieren.

 

 

Wann darf ein Arbeitgeber ein derartiges Ersuchen ablehnen?

 

Ein Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, jeden Wunsch dieser Art zu akzeptieren. Die strengen Voraussetzungen lassen hierbei allerdings wenig Spielraum. Wenn ein Unternehmen aufzeigen kann, dass dadurch der alltägliche Arbeitsablauf, die gesamte Organisation und die generelle Sicherheit in der Firma beeinträchtigt und beeinflusst wird, darf der Antrag aus betrieblichen Gründen abgelehnt werden.

 

Übrigens: Zwar darf das Ausmaß der Reduzierung vom Arbeitnehmer selbst bestimmt werden, allerdings darf diese Möglichkeit nicht nur dazu missbraucht werden, die Stunden nur minimal zu reduzieren und lediglich neu zu verteilen.

 

 

 

Gibt es eine Frist bei einem solchen Antrag?

 

Ja, die gibt es. Zum Schutz des Arbeitgebers bzw. des Unternehmens muss ein Antrag mindestens drei Monate vor Beginn der angestrebten Reduzierung eingereicht werden. Falls diese Frist verpasst wird, wird der Antrag nicht unzulässig, allerdings würde sich der Antritt der Verkürzung auf den nächstmöglichen Zeitpunkt verschieben.

 

 

 

Welche Form muss dieser Antrag haben?

 

Grundsätzlich muss ein Antrag auf Verkürzung der Stunden immer mit „Ja“ beantwortbar sein. Dies gilt für alle Abschnitte im Antrag. Zwar ist ein schriftliches Ersuchen nicht verpflichtend, allerdings ist dies dringendst zu empfehlen.

 

Inhaltlich muss angegeben werden, auf welche Anzahl von Stunden reduziert werden will, sowie eine genaue Angabe zum Beginn der neuen Arbeitszeit. Auch eine gewünschte Verteilung kann Teil des Antrags sein.

 

 

 

Was ist eine Brückenteilzeit?

 

Bei einer Brückenzeit können Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit für bis zu fünf Jahre reduzieren und sind nicht an Gründe, wie beispielsweise die Kindererziehung oder die Pflege eines Familienmitgliedes gebunden.

 

Gültig ist die Regelung für jegliche Mitarbeiter mit mindestens 45 Beschäftigten und, wenn bereits sechs Monate oder länger im Unternehmen gearbeitet wurde. Neben den bereits genannten Gründen kann der Arbeitgeber das Ersuchen in einem solchen Fall auch dann ablehnen, wenn in einer Firma 200 oder weniger Mitarbeiter beschäftigt sind und 15 davon bereits in einer derartigen Teilzeit arbeiten.

 

 

 

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