Arbeitsrecht: Wann habe ich einen Anspruch auf Weihnachtsgeld?

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Die Weihnachtsvorbereitungen laufen bei vielen Personen bereits auf Hochtouren. Dazu gehört selbstverständlich auch der Kauf von Weihnachtsgeschenken, wobei das Weihnachtsgeld sicherlich ein nettes Extra wäre. Doch wann ich überhaupt ein Recht darauf?

 

 

Kein gesetzlicher Anspruch

 

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer keinen Anspruch auf eine Zahlung von Weihnachtsgeld. Zwar erhalten in Deutschland 42% der Beschäftigten ohne Tarifvertrag und 76% mit Tarifvertrag ein solches Extra, allerdings ist dies immer noch eine freiwillige Leistung.

 

Aber! Es gibt Fälle, in denen Sie dennoch eine solche Forderung stellen können!

 

 

Arbeits- und Tarifverträge

 

Ein Blick in die eigenen Verträge lohnt sich! Oftmals befinden sich hier Klauseln, die Ihnen Weihnachtsgeld zuschreiben. In diesen Fällen ist eine Auszahlung unumgänglich, auch wenn Sie mittlerweile in Teilzeit arbeiten. Hier könnte sich lediglich die Höhe ändern, da die Berechnung in der Regel anhand der Vergütung erfolgt.

 

Übrigens: Auch im Falle einer bereits vollzogenen Kündigung könnte Ihnen eine solche Klausel zugutekommen.

 

 

Gleichbehandlungsgrundsatz

 

Der Gleichbehandlungsgrundsatz stellt sicher, dass keine Gruppe im Unternehmen benachteiligt wird. Wenn der Arbeitgeber also bestimmten Mitarbeitern Weihnachtsgeld zahlt, haben auch alle anderen Mitarbeiter ein Recht darauf.

 

 

Elternzeit

 

Bei Arbeitnehmer in Elternzeit kommt es darauf an, welche Funktion das ausgezahlte Weihnachtsgeld hat. Wird es als Entgelt für die geleistete Arbeit gehandelt, besteht kein Anspruch, die Pflichten beider Parteien momentan ruhen. Ist das Weihnachtsgeld jedoch eine Belohnung für die Treue zum Betrieb, muss das Geld auch an Sie ausgezahlt werden, da das Arbeitsverhältnis weiterhin besteht.

 

 

Betriebliche Übung

 

Unter einer „betrieblichen Übung“ versteht man keine Übung im eigentlichen Sinne, sondern eine wiederholende Tätigkeit. Hat der Arbeitgeber also in den vergangenen Jahren Weihnachtsgeld gezahlt, muss er dies auch im folgenden Jahr. Hier spricht man in der Regel von drei aufeinanderfolgenden Jahren. Die Regelung greift allerdings nicht, wenn der Arbeitgeber vorab angekündigt hat, dass die Zahlung für die kommenden Jahre nicht bindend ist. Zudem kann eine Ausnahme mittels besonderer Umstände begründet werden.

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema, wenden Sie sich an die Kanzlei Mingers & Kreuzer! Wir beraten Sie gerne. Erreichen können Sie uns unter der Telefonnummer 02461/ 8081 oder dem Kontaktformular auf unserer Website. Weitere Rechtsnews finden Sie in unserem Blog oder YouTube-Channel.

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